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Lost in Bureaucracy

Wie ihr ja wisst, habe ich meine Hochzeitsfotografie "professionalisiert". Bisher wurde ich hauptsächlich im Freundes- und Bekanntenkreis herumgereicht, worüber ich mich auch nach wie vor sehr freue, denn Weiterempfehlung ist das schönste Lob und die beste Werbung, die es als Fotograf gibt! Aber jetzt darf es ein bisschen mehr sein, ich habe sozusagen Blut geleckt und will in Zukunft meinen beruflichen Schwerpunkt auf die Fotografie legen und dazu muss ich noch ein bisschen Werbung machen um meinen Namen bekannter zu machen.
Die Homepage hier und die Facebook-Seite von Tinografert waren erste Schritte in diese Richtung, außerdem einige größere Investitionen beispielsweise in Technik, Workshops und vieles mehr.
 
Für die Homepage und Werbung brauche ich natürlich immer aktuelles Bildmaterial – das ist das einzige Werbematerial das ich habe. Niemand wird einen Fotografen buchen, von dem er bisher keine oder kaum Bilder gesehen hat. Und bei Hochzeitsreportagen wird niemand mich buchen, wenn ich immer nur die X schönsten Fotos einer Hochzeit poste, sondern nur, wenn man auch ganze Reportagen gesehen hat! Momentan beobachte ich außerdem, wie ich mich mit jeder Hochzeit, mit jedem Shooting fotografisch weiterentwickle. An dieser Entwicklung möchte ich euch teilhaben lassen
Die einzige Alternative zur Veröffentlichung von Kundenfotos sind sog. "Styled shoots", bei denen Fotografen mit Hochzeitsdienstleistern ein Konzept entwickeln und mit professionellen Models eine Hochzeit nachstellen. Zwar reizt es mich schon, sowas vielleicht irgendwann mal zu machen, aber es ist mit enormem Aufwand und auch Kosten verbunden. Und vor allem ist es halt nicht das echte Leben! Und das will ich darstellen mit meinen Bildern... keine gestellten Modelbilder sondern die Momente EURER Hochzeit – die ECHTEN Emotionen!
 
2016 ist für mich das Übergangsjahr vom nebenberufgewordenen Hobby zur hauptberufgewordenen Passion und Profession. Zwar habe ich schon lange ein Gewerbe angemeldet über das die Hochzeiten liefen, aber da ich meine Kunden meist gut kannte gab es z.B. keine Verträge oder AGB. Es ging immer so und irgendwie war das für mich auch ganz bequem, das gebe ich zu. Alles Wichtige wurde mündlich besprochen und beide Seiten verliessen sich darauf. In Fotografenkreisen ist das ein altbekannter Anfängerfehler und so manch ein Kollege, der vielleicht mitliest wird jetzt die Augenbrauen hochziehen...
Obwohl ich mit meinen Paaren im Vorfeld über die Veröffentlichung zur Eigenwerbung gesprochen habe und fast alle damit einverstanden waren, weil sie die enorme Wichtigkeit für meine Arbeit anerkannt haben, gab es Fälle, in denen dieses Einverständnis nach Auslieferung der Bilder wieder entzogen bzw. dementiert wurde. Das waren Einzelfälle! Die große Mehrheit meiner Paare hat sofort verstanden wie wichtig das für mich ist und mich voll unterstützt. An euch alle an dieser Stelle ein riesengroßes DANKESCHÖN – ihr seid toll!
 
Natürlich kann ich verstehen, dass es zunächst ein komisches Gefühl ist, Details der eigenen Hochzeitsfeier im Internet zu veröffentlichen. Aber die Paare, die hier auf meine Seite kommen und nach einem Fotografen suchen der zu ihnen – zu ihrem Stil und ihrer Art – passt, sind in genau der selben Situation wie ihr vor einiger Zeit. Sie sind im Hochzeits-Vorbereitungs-Stress, haben viel zu viel auf ihrer To-Do-Liste, aber wollen trotzdem alles richtig machen, damit ihr großer Tag perfekt wird! Es gibt mittlerweile so viele Blogs und Websites zum Thema Hochzeit und Heiraten und ich wette vor allem meine Bräute sind da auch viel unterwegs um sich Inspiration, Erfahrungen und Tipps zu holen. Das ist wunderbar – ich wünsche mir, dass auch meine Seite Inspiration bietet, dass sie begeistert und überzeugt. Aber dafür brauche ich euer Einverständnis die Bilder zeigen zu dürfen!
Und mal ganz ehrlich: Mit jeder Google-Suche, jedem Amazon-Einkauf und jeder WhatsApp-Nachricht geben wir alle täglich weit mehr von uns Preis, als mit den Fotos auf meiner Seite – die sind nämlich nicht mit eurer IP-Adresse oder einem Benutzerkonto verbunden!
 
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Erfahrungen aus 2016 haben dazu geführt, dass ich feststellen musste, dass mein Vorhaben mit einiger "Bürokratie" verbunden ist. Ich kann und will mich in Zukunft nicht mehr auf mündliche Absprachen verlassen und am Ende womöglich leer ausgehen.
Ab 2017 gibt es deswegen für jedes Shooting einen Vertrag und dazugehörige AGB. Das gibt beiden Seiten Sicherheit, denn ihr wisst dann auch ganz genau woran ihr seid und könnt mich im Ernstfall festnageln.
Ich habe meine AGB lange und sorgfältig ausgearbeitet und überdacht. Dabei hatte ich dankenswerterweise Hilfe von Fotografenkollegen, die ich teilweise persönlich kenne und die sich teilweise im Internet austauschen. Die jetzige Form, die ihr hier auf der Seite auch jederzeit runterladen könnt, hat die selben Grundpfeiler wie bei 99% meiner professionellen und seriösen Kollegen. Und sie beinhaltet auch, dass die Bilder von mir zur Eigenwerbung genutzt werden dürfen.
 
Lasst euch bitte nicht verschrecken von den Paragrafen und Formulierungen. Denkt immer daran: Mein höchstes Ziel ist es, euch glücklich zu machen und weiterempfohlen zu werden! Ja, ich muss mich für den Ernstfall absichern, aber ich muss nicht alle Rechte, die ich habe auch durchsetzen. Natürlich werde ich verantwortungsvoll und diskret mit euren Bildern umgehen. Niemand muss Angst haben, dass Oben-Ohne-Bilder vom Getting-Ready im Internet landen und ich räume euch gerne die Möglichkeit ein die Bilder vor der Veröffentlichung nochmal abzusegnen und bei einzelnen ein Veto auszusprechen. Ich will, dass ihr eure Bilder gerne mit meinen zukünftigen Kunden teilt. Ich will, dass ihr glücklich seid.
 
Und wenn ihr wirklich auf gar keinen Fall wollt, dass eure Bilder auf meiner Homepage oder in meinen Visitenkarten landen, dann sehen meine AGB vor, dass ihr stattdessen mein Styled-Shoot-Sparschwein etwas füttert  ; )